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CHRONIK

Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Loiching
seit der Gründung 1879 (soweit bekannt)
Koch Matthias1879 - ?
Langenfelder Matthias1883(?) - 1929
Attenberger Georg1929 - 1938(?)
Feuerwehr aufgelöst
Gruber Johann1946(?) - 1956
Schuller Vinzenz1956 - 1966
Huber Johann1966 - 1981
Schneider Michael1981 - 1992
Fleischmann Karl1992 - 2016
Heine Marcoseit 2016
Vereinsvorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Loiching
seit der Gründung 1879 (soweit bekannt)
Hillauer Leonhard1879 - ?
Stöttner Ludwig(?) - (?)
Sterr Max1905(?) - 1924
Schmid Anton1924 - 1938(?)
Feuerwehr aufgelöst
Markmiller Karl1947(?) - 1957
Seeholzer Georg1957 - 1966
Staudinger Jakob1966 - 1992
Härtl Erwin1992 - 1998
Seeholzer Georg1998 - 2010
Melzl Wolfgang2010 - 2016
Haseneder Johannesseit 2016

Anfang 19. Jhd.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts sah der heutige Einsatzbereich der Freiwilligen Feuerwehr Loiching aus wie auf der nebenstehenden Karte aus dem Jahre 1835.
Die wilde Isar schlängelte sich in zahlreichen Schlaufen und mit vielen Nebenarmen am Südrand des Tales entlang.
Nördlich davon - auf einem einigermaßen trockenen Gebiet - führte die "Chaussee" von Landshut nach Plattling - die spätere Bundesstraße B11 und heutige Staatsstraße 2074.
Neben vereinzelten Mühlen und einigen wenigen Söldneranwesen gab es im Isartal kaum größere Ansiedlungen. Erst mit der Begradigung der Isar 1953/54 und der Trockenlegung und Entwässerung des Isarmooses konnten hier größere zusammenhängende Ortschaften um die bereits vorhandenen Höfe entstehen.
In den von Süden kommenden Bachtälern befanden sich die ältesten Besiedlungskerne. So wird zum Beispiel Loiching als echter ing-Ort erstmals im Jahre 885 n.Chr. urkundlich erwähnt.

Wie überall, so hatten auch die Menschen in dieser Gegend mit immer verheerenderen Brandkatastrophen zu kämpfen.

In Bayern wurden in der Zeit nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 und der darauf folgenden Gründung des Zweiten Deutschen Kaiserreiches, in unserer engeren Heimat im Herzen Niederbayerns speziell in den beiden Jahrzehnten zwischen 1870 und 1890, zahlreiche Freiwillige Feuerwehren gegründet.

Wie eine Initialzündung gewirkt hat in unserer Umgebung ein verheerender Brand in Dornwang, bei dem 32 Gebäude am hellichten Tag innerhalb von drei Stunden eingeäschert wurden.

August 1879

Das sicherlich wertvollste Dokument, das die FF Loiching besitzt, ist die handschriftlich verfasste und im Original erhaltene Gründungssatzung vom August 1879.
Eine Meldung in der Isar-Zeitung vom 3. August 1879 bemerkt folgenden Eintrag: In Loiching wurde eine freiwillige Feuerwehr gegründet, und sind derselben sofort 51 Mitglieder beigetreten. Nach ihrer Gründung musste die Freiwillige Feuerwehr Loiching gleich zu einer ansehnlichen Anzahl von Brandeinsätzen ausrücken.

28.11.1879

Loiching. Am Samstag, den 27., brach um 1/2 5 morgens beim Edermüller ein Brand aus. Wohn- und Mühlgebäude sind abgebrannt, Sägemühle und Stadel wurden gerettet. Anwesend waren die Wehren von Loiching, Weigendorf, Teisbach, Dornwang und Dingolfing.

12.08.1881

Kronwieden. Bei einem schweren Unwetter brannte das Anwesen des Söldners und Straßenwärters Schäffer nieder. (= jetziges Kittelanwesen)

04.11.1881

Teisbach. Am Montag, den 30. Oktober, wurde der Markt von einer schweren Brandkatastrophe heimgesucht. Um halb sechs Uhr früh brach ein Brand im Stadel des Schreiners Fleischmann aus, er griff rasch auf die umliegenden Holzhäuser über, fand Nahrung bei den Pech- und Ölvorräten der Unterholzner´schen Handlung, auch das Schulhaus geriet in Gefahr. Die Geschädigten sind nur gering versichert. Über die Brandursache kursieren viele Gerüchte. Von den auswärtigen Feuerwehren war die Loichinger als erste am Brandplatz.

23.06.1882

Teisbach. Am Donnerstag, den 22. Juni, erneut ein schwerer Brand. Drei Anwesen neben dem Markttor wurden vernichtet. 8 Feuerwehren, darunter Loiching und Weigendorf, waren anwesend. Brandstiftung wird vermutet.

01.07.1885

Pfeffersberg. Am 28. Juni wurde das Anwesen Paringer völlig eingeäschert. Die Brandursache ist unbekannt. Anwesend waren die Feuerwehren von Weigendorf, Loiching, Oberviehbach, Niederviehbach, Teisbach, Frauenbiburg und Kröning. Durch den starken Druck sind die Schläuche zum Teil geplatzt. Das Wasser musste nämlich von einem Weiher am Fuße des Berges mit drei Maschinen hochgepumpt werden. Das Vieh konnte weit gehend gerettet werden.

15.07.1892

Höfen. Durch Blitzschlag entstand am Dienstag, den 12. Juli, ein schwerer Brand beim Anwesen Vitus Ingerl. Die FFW Loiching war anwesend, die FFW Dingolfing auch, aber ohne Spritze; diese befindet sich zur Zeit in Reparatur!

18.04.1894

Kronwieden. Am Samstag, den 14. April, brannte um 22 Uhr das Anwesen des Gütlers Georg Bichlmeier (Kulzer) nieder. Anwesend waren die Feuerwehren von Loiching, Niederviehbach, Rimbach, Teisbach, Weng, Wörth, Dingolfing und Dornwang.

18.05.1894

Gummering. Am Mittwoch, den 16. Mai, brach mittags um 12 Uhr Feuer aus, wobei sechs Firste eingeäschert worden sind. Das Feuer war beim Mesner Siglhofer auf unerklärliche Weise entstanden. Die Anwesen des Mesners und des Söldners Xaver Nusser sind völlig vernichtet worden. Bei Johann Solleder konnte nur das Haus gerettet werden. Nur das Großvieh konnte bei den Erstgenannten in Sicherheit gebracht werden. Auf dem Speicher des Siglhofer verbrannten auch kirchliche Paramente und Gefäße. Durch das nur einen Meter von der Kirche entfernte Mesnerhaus wurde auch das Gotteshaus gefährdet, dassen massive Mauern aber widerstanden. Die Schiefer des Turmhelms begannen bereits zu zerspringen. Die am Brandplatz erschienenen 11 Feuerwehren mussten nach Erschöpfung der Brunnen das Wasser von der Isar heraufpumpen.

16.10.1895

Loiching. Am 13. Oktober um halb zwölf Uhr nachts brach beim Söldner Bach Feuer aus. Dessen Anwesen und die Höfe der Söldner Unterholzner und Obermeier wurden in Schutt und Asche gelegt. Der Stadel des Haslbeck konnte von der Feuerwehr gerettet werden. Es wird Brandstiftung vermutet.

11.12.1896

Weigendorf. Am Montag, den 7. 12. brach beim Söldner Ludwig Fromm in Unterweigendorf ("Gratz") im Stadel ein Brand aus. Die Gebäude wurden gänzlich eingeäschert. Als erste erschien am Brandort die Feuerwehr Süßbach, danach kamen Weigendorf, Loiching, Teisbach, Wendelskirchen, Niederviehbach und Frauenbiburg.

01.11.1897

Weigendorf. Bei der kürzlich stattgefundenen Feuerwehrübung musste von der Jauchegrube des Ammerbauern das Haus des Ziegler abgespritzt werden ("aber der Duft!"). Es erging der Befehl "abprozzen!" Die FFW Loiching musste das Anwesen des Hau "retten".

14.11.1897

Oberteisbach. Eine große Brandkatastrophe suchte am Freitag, 12. November, um 3/4 2 Uhr früh den Weiler heim. Aufgrund einer Brandstiftung wurden die 50 Meter entfernten Stadel von Huber und Heilmeier eingeäschert. Auch der Versuch, den Wasserzufluß abzusperren, war unternommen worden. Vollständig vernichtet wurden Haus, Stall und Stadel des Wirtes Jakob Ingerl, der das Anwesen erst vor kurzem erworben hatte, der frühere Stadel des Bauern Max Huber, Stadel, Stall und Remise der Heilmeierschen Kinder, auch deren Dampfdreschmaschine. Die Feuerwehren, darunter Weigendorf, Loiching und Wendelskirchen, mussten vor allem die Höfe Staimer und Huber schützen.

21.05.1905: Fahnenweihe

Mit wenigen Ausnahmen waren alle Wehren des Bezirks Dingolfing erschienen; der Festgottesdienst fand in der Pfarrkirche statt; die Festansprache beim Gottesdienst hielt Kooperator Bosl, anschließend fand der Festakt auf dem Kirchplatz unter den Linden statt; die noch lebenden Gründungsmitglieder wurden mit dem Feuerwehrehrenzeichen bedacht und zur weltlichen Feier traf man sich anschließend im Vereinslokal beim "Garr-Wirt". Nachmittags hielt Geistlicher Rat Dr. Kumpfmüller eine viel beachtete Festansprache. (...) Fahnenmutter war Rosina Langenfelder, Fahnenjungfrauen waren Helene Gruber, Franziska Hofmeister und Marie Staudinger.

Bis zum Ersten Weltkrieg

Im Jahre 1909 fungierte die Feuerwehr von Loiching bei der Freiwilligen Feuerwehr Weigendorf als Patenverein, welche vier Jahre zuvor dasselbe Amt für Loiching übernommen hatte. Aus demselben Jahr ist uns eine Abschrift eines Berichts über eine Inspektion der Feuerwehr Loiching erhalten geblieben, die deutlich vor Augen führt, worauf die vorgesetzten Behörden damals eigentlich Wert gelegt hatten. So wurde zum Beispiel ein schadhaftes Feuerhaus vorgefunden, die Feuerwehrbücher und -akten jedoch sowie die Lösch- und Rettungsgeräte seien hingegen allesamt in einwandfreiem Zustand. Es wird jedoch auch auf den Ablauf von Übungen geachtet. So erfolgte nämlich die Aufstellung der Mannschaft an den Geräten "genau nach Vorschrift", die Fuß-Übungen waren "mustergültig" und der Ein- und Ausmarsch "tadellos". Auch die Schulübungen an den Geräten seien "bestens geschult". Der Vorbeimarsch schließlich erfolgte "stramm". Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren hatte es in vielen Orten schon lange sogenannte Pflichtfeuerwehren gegeben. Auch nach der Einrichtung von Freiwilligen Feuerwehren wurden diese Pflichtfeuerwehren nicht aufgelöst, sondern bestanden über mehrere Jahrzehnte nebeneinander, so auch in Loiching und in unserem Nachbarort Weigendorf. Sie fungierten als eine Art "stiller Reserve" und waren so auch verpflichtet, sich durch regelmäßige Übungen am Löschgerät fit zu halten. Die FF Loiching ist noch im Besitz einiger historischer Auflistungen sowohl der Freiwilligen als auch der Pflichtfeuerwehr.

Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg machte auch vor der Freiwilligen Feuerwehr Loiching nicht halt: In den Unterlagen findet sich eine Kriegschronik, welche am 10. Mai 1920 von Vorstand Sterr und Kommandant Langenfelder ausgefertigt und unterzeichnet worden ist. Danach sind im Krieg vier Mitglieder der Feuerwehr gefallen, einer wurde schwer verwundet. Änderungen in der Verwaltung und im Kommando der Wehr hatten sich infolge des Krieges hingegen nicht ergeben.
Angesichts der Schrecken auf den Schlachtfeldern nehmen sich die in diesen Jahren in den Unterlagen verzeichneten Brände eher bescheiden aus, wenngleich sie für die Betroffenen ebenfalls einen schweren Einschnitt darstellten:

02.08.1917

Wastlmühle. Am 7. Juli war ein verheerender Brand ausgebrochen, bei dem die Feuerwehren von Loiching, Niederviehbach, Weng, Rimbach, Teisbach, Dingolfing und Weigendorf anwesend waren.

03.12.1917

Kronwieden. Das Anwesen Widbiller in Kronwieden ist niedergebrannt.

16.11.1918

Loiching. Am 14. November ist der Stadel des Gastwirts Garr niedergebrannt, als Ursache wird ein Defekt in der elektrischen Leitung angenommen.

11.05.1927

Goben. Durch Blitzschlag wurde am Montag, den 9. Mai, der Stadel des Bauern Ingerl eingeäschert. Die Feuerwehren von Spechtrain, Piegendorf, Weigendorf, Teisbach, Wendelskirchen, Frauenbiburg und Loiching waren anwesend.

03.04.1929

Die Schlagkraft der Wehren litt erfahrungsgemäß besonders unter dem Mangel an technischen Geräten. Aus diesem Grund machte sich die FF Loiching im Jahre 1929 anlässlich ihres 50. Gründungsjubiläums selbst ein besonderes Geschenk: Man kaufte sich an Stelle einer neuen Fahne eine neue Motorspritze. Der Dingolfinger Anzeiger berichtete darüber am 3. April: Feuerwehrwesen. Gestern Nachmittag erfolgte die Uebergabe der Motorspritze an die Gemeinde, bezw. Freiw. Feuerwehr Loiching durch die Magiruswerke Ulm. Herr Oberregierungsrat Kaufmann, Bezirksbrandinspektor Herr Schindlbeck, mehrere Mitglieder des Bezirksverbandes, sowie mehrere Feuerwehrkommandanten der Umgebung hatten sich hiezu eingefunden. Die Motorspritze wurde eingehend auf Wurfweite, Druck- und Saughöhe geprüft, und festgestellt, daß sie den Anforderungen des Landesverbandes voll und ganz entspricht. Herr Bezirksbrandinspektor Schindlbeck, Herr Bürgermeister Gilg, Herr Oberregierungsrat Kaufmann, Herr Kommandant Attenberger und Herr Hauptlehrer Schmid beglückwünschten die Feuerwehr zu ihrem Unternehmen, das die Leistungsfähigkeit derselben erheblich gesteigert habe. Herr Hauptlehrer Schmid erwähnte in seiner Ansprache, daß die Freiw. Feuerwehr Loiching auf die Abhaltung einer Feier aus Anlaß des 50jährigen Bestehens im Interesse der besseren Ausrüstung der Wehr verzichtet habe. Wir beglückwünschen die Freiw. Feuerwehr zu diesem Erfolg.

18.07.1929

Loiching. Eine der größten Brandkatastrophen in der Geschichte des Ortes ereignete sich am Nachmittag des 16. Juli. Das Feuer brach aus im Anwesen des Söldners Michael Haslbeck, wobei Stall, Stadel und Schupfe völlig niederbrannten. Das Anwesen des Lorenz Heimbuchner (Seeholzer) fiel vollständig den Flammen zum Opfer. Die bereits brennende Scheune des Wagners Johann Haslbeck konnte gerettet werden. Anwesend waren der Autolöschzug von Dingolfing, die Feuerwehren von Loiching, Niederviehbach, Teisbach, Weigendorf, Rimbach, Dornwang, Piegendorf, Oberspechtrain und Oberviehbach. Die Brandursache dürfte bei spielenden Kindern gelegen haben.

08.07.1930

Kronwieden. Am Sonntag, den 6. Juli, schlug der Blitz in den Stadel des Ökonomen Thomas Wieselsberger, Stadel und Schupfe fielen zum Opfer.

05.03.1931

Grüblhof. Am 3. März ist das Anwesen Beer abgebrannt. Anwesend waren die Wehren von Loiching, Teisbach und Dornwang.

18.10.1931

Loiching. Beim Eimer-Anwesen hat es am Freitag, den 16. Oktober, gebrannt.

23.02.1932

Kronwieden. Am 20. abends ist der Stadel des Anwesens Ganserer abgebrannt.

11.07.1934

Feldkirchen. Am 9. Juli gegen 1 Uhr nachts brach beim "Urban" ein schwerer Brand aus, dem das gesamte zusammengebaute Anwesen zum Opfer gefallen ist. Das Vieh und ein Tel des Mobiliars konnten gerettet werden. Die Feuerwehren Loiching und Weigendorf waren am Brandplatz. Die Weigendorfer konnten wegen Wassermangel nicht tätig werden. Mit der Loichinger Motorspritze konnte ein Übergreifen auf die benachbarten Anwesen verhindert werden. Es wird Brandstiftung vermutet. Der letzte Satz lässt aufhorchen. In der Isarzeitung wird berichtet, dass Anwohner ein Auto wegfahren gehört haben. Von den Betroffenen wird ebenfalls die Vermutung geäußert, dass es sich um einen Racheakt der Nationalsozialisten gehandelt haben könnte.

10.02.1935

Kronwieden. Am 9. Februar brach in der Nähe des Bahnhofs Loiching im Anwesen des Landwirts Adolf Koch "Zum Karer Wastl" ein Brand aus, der das Anwesen vollständig einäscherte. Wegen Wassermangel wurde die Tätigkeit der Feuerwehr Loiching stark eingeschränkt.

20.08.1936

Baiersdorf. Im Anwesen des Bauern und Feuerwehrkommandanten Otto Gruber brach gegen drei Uhr früh ein Brand aus, der sich zu einem gewaltigen Großfeuer entwickelt hat. Die Ursache war ein Kurzschluß auf dem Dachboden. Das Gruber´sche Anwesen wurde völlig vernichtet, vom Anwesen Ziegler blieb nur das Wohnhaus stehen. Die Feuerwehren Weigendorf, Loiching und Wendelskirchen arbeiteten mit großem Einsatz. Das lebende Inventar konnte gerettet werden, aber die gesamte Ernte ist vernichtet worden.

01.07.1939

Schönbühl. Beim Schadenfeuer im Anwesen des Johann Hötschl sind die Feuerwehren von Loiching und Teisbach anwesend.

Zweiter Weltkrieg

Das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen vom November 1938 brachte das Ende der Freiwilligen Feuerwehren, wie man sie bisher gekannt hatte. Die Feuerwehren wurden der Polizei unterstellt, die von ihnen gebildeten Vereine und Verbände aufgelöst. Mit Kriegsbeginn versiegen auch die Nachrichten immer mehr. Noch in den letzten Kriegstagen brachen durch feindlichen Beschuss Brände in den Anwesen Brauner, Wiesbeck und Angerstorfer aus. Nach den Erinnerungen des späteren Kommandanten Vinzenz Schuller wurden gegen Kriegsende Feuerwehrleute auch zum Ausheben von Schützengräben eingesetzt. Der Zweite Weltkrieg greift immer mehr und immer bestimmender Platz im Leben der Menschen. Nachdenklich stimmt eine vereinzelte Notiz in der Gemeindechronik unter dem 23. Januar 1940 für Loiching: Bei der Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr wurde festgestellt, dass von den 65 Mitgliedern die meisten sich im Kriegseinsatz befinden. In einem Referat wurde über Verdunkelungsmaßnahmen informiert.

Neubeginn

Erste zaghafte Schritte des Neubeginns wurden von der amerikanischen Besatzungsmacht zunächst argwöhnisch begutachtet. Jetzt kamen erste Richtlinien, die die Trennung von Polizei und Feuerwehr zum Ziele hatten. Auf der Grundlage dieser Vorschriften erging im Jahre 1946 das Gesetz über das Feuerlöschwesen. Es wurde Aufgabe der Gemeinde, für das gesamte Gemeindegebiet ausreichenden Feuerschutz sicherzustellen. Dies bewerkstelligte man durch Freiwillige Feuerwehren und - in größeren Städten - durch Berufsfeuerwehren. Auch für die FF Loiching gab es in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre einen Neuanfang. Erste Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr wurden bereits 1947 aufgenommen. Infolge eines defekten Kamins brach 1947 beim Eichinger-Anwesen in Loiching ein Brand aus. In Gefahr war damals auch das Biberger-Anwesen, welches durch das schnelle Eingreifen der Wehr gerettet werden konnte. Nach wolkenbruchartigen Regenfällen im Jahre 1948 ist ein Einsatz bei Aufräumarbeiten verzeichnet. Unter anderem wurde dabei ein Wehr im Scheiblbach beim Müller Michael Haslbeck instand gesetzt.

06.04.1935

Am Ostermontag wurde erneut Großalarm in Loiching ausgelöst: Durch einen Brandherd in der Scheune des Gastwirts Johann Gehwolf waren mehrer umliegende Anwesen gefährdet. Wenn auch ein Übergreifen der Flammen auf das Widbiller-Anwesen nicht mehr verhindert werden konnte, wurde durch den raschen Einsatz der Loichinger Wehr und mehrerer umliegender Wehren eine noch größere Katastrophe verhindert. Niedergebrannt waren das Gasthaus und die Scheune des Wirtes mit Stallung und Scheune. Vom Nachbaranwesen brannten das Wohnhaus und die Scheune völlig nieder, das Wohnhaus konnte gerettet werden. Elf Feuerwehren waren mit insgesamt 4 B-Rohren und 19 C-Rohren im Einsatz. Am Brandplatz waren die Wehren aus Loiching, Höfen, Weigendorf, Teisbach, Dingolfing, Rimbach, Lengthal, Niederviehbach, Wendelskirchen und Dornwang erschienen. Als weitere Brandeinsätze aus jenen Jahren wurden verzeichnet: • Großbrand beim "Alten Wirt" in Loiching. Ein Übergreifen auf die benachbarten Anwesen wurde noch rechtzeitig verhindert.
• Brand in einem Schweinestall bei Adam Zahn in Staudach.
• Brand im Rinderstall von Max Huber, Piegendorf.
• Brand bei Max Garr, Maßendorf.
• Explosion im Hochspannungstransformatorenhaus des E-Werks Kutscher, Kronwieden, ausgelöst durch einen Blitzschlag.

08.06.1959: 80-jähriges Gründungsjubiläum

Fahnenweihe anlässlich des achtzigjährigen Bestehens Zu diesem Großereignis konnten in Loiching 50 Fahnenabordnungen von Nachbarwehren und -vereinen begrüßt werden. Der Festgottesdienst fand auf dem Kirchplatz unter den Linden statt. Darauf folgte am Kriegerdenkmal das Gedenken für die Gefallenen beider Kriege. Ein packendes Bild bot der lange Festzug durch das Dorf zum Gasthaus Garr, wo auf dem Festplatz die neue Fahne von der Fahnenmutter Leni Birkner mit den Widmungsbändern versehen wurde. Der Vorabend zum Gründungsfest war der Ehrung langjähriger verdienter Mitglieder der Jubelwehr vorbehalten.
Als Patenverein fungierte wiederum die FF Weigendorf.

29.11.1966: Neues Gerätehaus

Mit der Weihe eines neuen Gerätehauses durch Pfarrer Sebastian Schall (...) hat die Gemeinde Loiching wieder einen entscheidenden Schritt nach vorne in der Ausstattung ihrer Wehr getan und außerdem einmal mehr ihren Gemeinschaftssinn bewiesen, dem das neue Haus zu einem ganz wesentlichen Teil zu verdanken ist. Mit diesen Worten kommentierte der Dingolfinger Anzeiger die Fertigstellung des neuen Gerätehauses an der Teisbacher Straße. Das alte Gerätehaus auf dem Kirchplatz, welches aus dem Jahre 1919 stammte, erfüllte früher wohl seinen Zweck, war aber für die Unterbringung der Gerätschaften zu klein geworden. Zwar war ein neues Gerätehaus schon seit Jahren im Gespräch, aber Kosten- und Platzfrage waren ein Bauhindernis. Mit der Ausstattung mit einem neuen Löschfahrzeug 1965 wurde der Neubau unaufschiebbar. Der an der Teisbacher Straße gelegene Bauplatz wurde sowohl vom Kreisbrandinspektor als auch vom Kreisbauamt als günstig befunden, da er greifbar nahe an der Hauptstraße liegt. Schnelle An- und Abfahrt seien somit gewährleistet.

1966 bis heute

Die Chronik für diesen Zeitraum wird derzeit noch digitalisiert.